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Berlin / Pressemitteilung

Keine zweite TV-Gebühr

(07.03.2006) Der Satellitenbetreiber SES Astra plant von 2007 an die Verschlüsselung bisheriger so genannter Free-to-Air-Programme wie Sat.1, ProSieben und RTL. Damit verbunden wäre die Einführung einer Gebühr zur Nutzung der Sender des privaten Fernsehens durch die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Der Luxemburger Konzern meint nur durch das Aufbauen einer solchen digitalen Pay-TV-Marke in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die ProSiebenSat.1 – Gruppe hat für fünf Sender diese Gebühr bereits in Aussicht gestellt.

Bereits jetzt bezahlen die Zuschauer über sechs Milliarden Euro an Rundfunkgebühren. Auf die 16,2 Millionen Kunden von SES Astra kämen zukünftig zusätzliche monatliche Kosten in Höhe von bis zu fünf Euro zu. Für den Empfang der verschlüsselten Sender würde ferner ein neuer Digitalreceiver mit spezieller Zugangskarte nötig sein, welchen die Verbraucherinnen und Verbraucher für etwa 100 € erwerben müssten.

Bisher finanzieren sich die Privatsender über die von ihnen ausgestrahlte Werbung, welche von den Zuschauern bereits jetzt durch die Preise der Waren finanziert und mitgetragen wird. Zum heutigen Zeitpunkt machen die Werbeeinnahmen von insgesamt knapp vier Milliarden Euro im Jahr bereits etwa sieben Euro im Monat pro Haushalt aus.

Erst im letzten Jahr mussten viele Haushalte die Kosten für einen Digitalreceiver aufbringen, welcher jetzt mit den neuerlichen Plänen der SES Astra unbrauchbar würde. Eine solche Ausgabenvernichtung in den betroffenen Haushalten ist nicht hinnehmbar. Es ist richtig, wenn das Bundeskartellamt die Pläne Astras überprüft. Ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ist nicht ausgeschlossen, da Konkurrenten, wie etwa Eutelsat, diskriminiert würden.

Die geplante private TV-Gebühr geht eindeutig zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir lehnen deshalb diese Pläne nachdrücklich ab.

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